Archiv der Kategorie Rituale

Tanz um die Mitte


Im Mittelalter begann das christliche Europa das Erotische vom Göttlichen zu trennen. Diese Spaltung sitzt uns noch tief in den Gliedern und ist meiner Meinung nach Mitschuld an der für uns so typischen ‚Körperpanzerung’. Wir sind einfach nicht voll und lustvoll in unserem Körper. Vielen tut er sogar permanent weh. Andere sind ungelenk und nach einem Tanz-oder Körperarbeits-)Workshop ganz erstaunt, wie viel ‚Dehnung’ noch möglich sein könnte und wie ungewohnt sich das anfühlt, sich wahrzunehmen.
Für mich ist Tanzen etwas lustvolles, erotischen und heiliges(im Sinne von heilend und dem Geist zugeordnet) und mein inneres Wissen sagt mir, dass es auch Zeiten gab, in denen man in Tempeln und Kirchen tanzte, als Preisung der Schöpfung und ‚in Kommunion gehen’ mit dem Schöpfer.
Erotisch ist das Tanzen für mich, weil es die direkte körperliche Bewegung ist, die meine Befindlichkeit, meine Lust und Sehnsucht umsetzen darf, stets zwischen den Extremen auf und ab schwillt. Schnelligkeit und Stille, Leichtigkeit und Schwere, Erwartung und Erfüllung, Begierde und Abneigung etc.
Der Tanz hat aber auch etwas Heiliges, weil er nicht einzufangen, aufzuheben oder festzumachen ist, er ist wie ein Windhauch und hinterlässt keine Spuren. Eben noch auf seinem Höhepunkt, jetzt schon wieder verloschen, hinterlässt er keinen Beweis und nichts zum Vorzeigen. Darin verkörpert er das Entstehen und Vergehen der Schöpfung, ausgedrückt durch die indische Gottheit Shiva Nataraja, der das rhythmische Geschehen in der Welt verkörpert. Er weiß vom zyklischen Auf und Ab der Welt und wenn unsere Wirtschaftsbonsen sich davon ein Stück Weisheit abschneiden könnten, wäre der Angstmache ein gutes Stück Boden entzogen. Das lineare Verständnis von Entwicklungen ist einfach nicht im Einklang mit der größeren, umfassenderen Realität.
Mit den Gegensätzen zu tanzen, ganz konkret im täglichen Leben, wenn immer ich es mir erlaube oder nicht frei fließe, ist für mich die lustvollste Möglichkeit, wieder in meine Mitte zu kommen. Tanzend nähere ich mich dem Leiden an, dem Glück, der Liebe, suche Sicherheit…aber ach, die gibt es nicht, also tanze ich meine Unsicherheit, dabei verwandelt sie sich und wird auf einmal zu Wut und darin steckt Stärke. Plötzlich bin ich im Stakkato und stapfe mehr als ich tanze, um dann wieder von einer sanften Welle erfasst zu werden, die mich wiegt und auf den Boden zwingt. Irgendwann wachsen mir Flügel und die Melodien ziehen mich immer höher empor, ich fliege mit ihnen in die entferntesten Winkel dieses Universums.
Wenn der Tanz irgendwann langsam verebbt… ist die Stille da. Und umso intensiver und totaler ich zwischen den Gegensätzen herumgewirbelt bin, umso größer, wohliger und wonniger ist sie. Fragen habe ich dann keine mehr und Probleme auch nicht.
(Liv A. Koll)

Aladin und die Wunderlampe

ar einmal… in einem orientalischen Lande… da lebte eines Schneiders Witwe und ihr Sohn, der Aladin, in kriesenhafter Armut. Man munkelt, der Schneider sei gestorben vor lauter Gram über seinen Sohn, einen Tu-nicht-gut, der seine Tage nur in Müßiggang verbrachte und die Früchte des Wohlstands ignorant missachtete.
Seit dem Todestage waren schon Monate vergangen, da kam ein sonderbarer Fremder des Weges und wähnte sich des Schneiders Bruder zu sein. Er beschenkte Aladin und seine Mutter reich, so dass schon bald kein Zweifel mehr sich regte in den beiden bezüglich des Mannes Herkunft.Eines schönen Tages führte dieser den Aladin an eine Höhle, etwas entfernt der Stadt, deren Eingang zu eng für den Bruder seines Vaters war, und bat ihn drum, für ihn einen Gegenstand dort aus den Tiefen der Kammern herausholen. Er gab ihm für dieses Unterfangen einen Ring mit magischen Kräften, den er drehen sollte, damit der Felsen, der den Eingang versperrte, sich hinfort bewegte.
Aladin tat, wie ihm geheißen und betrat die Grotte. Er ging durch lange Korridore und erreichte Kammern schließlich, voll von glänzendem Metall, wie er es noch nie gesehen und buntem Glas, von einem Glanze, dass bisher sein Auge noch erblicket. Er nahm sich davon mit zum Spielen, soviel, wie Platz fand in seinen Taschen. Nachdem er aufgespürt den Ring und die alte Lampe, wie ihm aufgetragen, trat er schleunigst den Rückweg an und fand seinen Schwager ungeduldig schon vor dem Eingang spähend und vernahm: „Gib mir die alte Lampe!“ Aladin wunderte sich und sprach: “Helft mir doch zuerst heraus!” Und wieder kreischte es entzürnt: “Gib mir zuerst die Lampe!” Aladin gab aber nicht nach, erkannte er seinen Gefährten doch nicht wieder und ahnte schon wie die Stunde ihm hatte geschlagen. Mittlerweile war draußen vor der Höhle, der Zauberer rasend schon vor Wut und schob den schweren Stein zurück, schloss den Höhleneingang, so dass der Aladin gefangen nun im Dunklen saß. Seiner Lage sich langsam gewahr, begann Aladin zu schreien aus Leibeskräften. Doch es half ihm nichts. Der Zauberer war längst von dannen, lief dahin, von wo er hergekommen, von weit, weit her, man nennt es Afrika. Im Dunkeln allein und erschöpft Aladin nun zur Besinnung kam, nahm die Lampe und rieb sie zwischen seinen kalten Händen. Doch siehe da, nicht Licht brachte sie, sondern Strahlen, heller als die Sonne selbst, aus denen stieg sodann empor ein Geist. “Was befiehlst Du mir, ich erfülle Euch und dem, der die Lampe besitzt, jeden Wunsch!” sagte der. Aladin rief: “Gut, dann möchte ich nach Haus zu meiner Mutter. Hungrig bin ich auch!” Und schon im nächsten Augenblick findet er sich zu Hause wieder, bei der Mutter und vor ihm stand ein großer Tisch gedeckt mit allerfeinsten Speisen. Der Jahre 4 zogen ins Land und aus dem Aladin wurde ein schmucker junger Mann und niemand sah mehr den Bengel in ihm, der einst in Müßiggang die Zeit vertan. Sein Blick war nicht mehr getrübt von Trägheit, seine Geisteskraft durch ernsten Umgang eingeübt in verschiedensten Salons. Der Menschen Treiben insgesamt, Ihr Wirken, Hoffen, Staunen in jedem Handwerk, jedem Amt, lag wie ein offenes Buch vor ihm. Er hatte viel Verkehr gepflegt in Kaufmanns- und Kremersläden und sich in seinem Wirken und Walten ein vornehm’ Wesen zugelegt.Dass Missgunst hinter dem Glücke häufig schleicht und man sich hüten muss vor Neidern, wussten Sohn und Mutter und vermieden trotz gutem Essen, jeden Prunk in ihrem Haus und in ihren Kleidern und hielten dadurch geheim den goldenen Geist-Brunnen, der ihnen unversiegbar floss. Eines Tages geschah es nun, dass Aladin die Tochter des Sultans zu Gesicht bekam und sich sogar erdreiste sie unbetucht zu blicken, indem er zu ihrem Badesee schlich, der geheim gehalten ward bislang. Er hatte noch nicht viele Frauen gesehen, doch diese schien die Allerschönste ihm und es wallte auf ein ungestümes Verlangen, wie er es noch nie hatte empfangen.
Zuhause dann erzählt er der Mutter, wen er gesehen und wie es ward um ihn geschehen beim Anblick der Holdesten aller Holden. Die Mutter wurde kreidebleich vor Schrecken, mit des Sultans Tochter lässt sich nicht gut necken. Der Prinzessin sei bestimmt ein Mann von edler Herkunft und hoher Geburt. Aladin, dem Sohn des Schneiders, gebühre es nicht, diese kühnen Gedanken auch nur zu denken. Aladin aber ließ sich nicht ermahnen, ja immer stärker brannte seine Glut und in feurigen Gebärden legte er der Mutter dar, wir gewillt und entschlossen er trotz aller Widrigkeiten war, um des Sultans Tochter Hand zu bitten, um diese oder keine nimmer mehr. Die arme Mutter wusste nicht, sich zu erwehren und als sie hörte von des Sohnes Plan, sie selbst zum Sultan auszuschicken, da wurde noch viel tiefer ihr ins Herz gegriffen.
Mit den vielen bunten Glasteilchen, die er einst in des Zauberers Grotte fand, schickte er die Mutter daraufhin zum Sultan. Mittlerweile hatte er zu schätzen gelernt die vermeintlichen Glasteilchen, im Kontakt mit feiner Gesellschaft und so wusste er, dass es vielmehr edle Juwelen waren. Es dauert 7 Tage, bis die Mutter fand Gehör bei dem edlen Herrn und jeden Tag lief sie wieder zum Palaste, wartete geduldig bis andere Bürger der Stadt ihre Bitten hatten vorgetragen oder Preisungen vollzogen.
Der Herrscher vernahm ihr demütigst vorgetragenes Ersuch und traute seinen Augen kaum, beim Anblick all der Edelsteine, so groß und prächtig, wie noch keine er Zeit seines Lebens er geschaut. Freudetrunken rief er aus: Wie vollendet, wie volltrefflich! Und auf weisen Rat des Großveziers sprach er zur Mutter freundlich: “Geh’ nach Hause zu deinem Sohn und meld’ ihm dies: Drei Monat sind vonnöten eh’ zum Gatten ich jemandem gebe mein Kind. Nach Ablauf dieser Zeit komm wieder.”  
Freudig empfing Aladin der Mutter Worte und ein Freudentanz von ihm Besitz ergriff auf das die Dielen sich bogen. Nach zwei Monaten aber dann vernahm man festliche Stimmung in der Stadt, jedermann war am putzen, schmücken und dabei die prächtigste Beleuchtung zu installieren. Was war das? Aladin fragte einen Bauern. Was, das weißt du nicht? Ei, er erzählt sich doch die ganze Stadt erfreut - dem Sohn des Großveziers vermählt sich Prinzessin Bedrulbur heut.” Ach da fielen dem Aladin die Sterne vom Himmel und ein Blitz fuhr in seine Brust. Niedergeschmettert saß er da und überlegte angestrengt, wie das Rezept sei gegen solchen Schmerz. Da fiel ihm des falschen Freunds Vermächtnis wieder ein. Zur Mutter sprach er darauf entschieden: “Die Hochzeit soll einen Abbruch erfahren! Lass schauen, wer heute bekommt den Segen, dieser Bräutigam oder ich.” Er rieb die Lampe und sprach: „Begib dich dahin, wo Hochzeit wird gehalten, ergreif’ den Bräutigam, entführ’ ihn in ein Versteck und sperr’ ihn fest und lass verborgen ihn schmachten bis zum nächsten Morgen.” Der Geist versetzte fügsam: “Herr, wie du befiehlst,” und war verschwunden.  Der Geist erfüllte mit erprobter Vollendung seine Pflicht. Im Palast man kurz vor der Trauung stand, die Prinzessin schritt würdevoll ihrem Verlobten entgegen, da plötzlich, man sah sich an und gleichfalls um, die Augen verwirrt, die Mienen stumm. Was war geschehen? Der Bräutigam stand nicht mehr dort, wo er gestanden gerade eben noch, sondern war verschwunden, wie fortgetragen von eines Windes Hauch. Man forschte, lugte in alle Ecken, doch vergebens.Am nächsten Morgen aber kam der Großvezier in eiligem Schritte zum Sultan, der ungeduldig und mürrisch ihm entgegensah, und rief: “Mein Sohn ist wieder da!Er weiß, o glaubt es mir, noch nicht einmal, was mit ihm geschah. Gebiete drum, dass man die Feier heute rüsten soll zum zweiten Male. Und so war’s beschlossen, doch alsbald, wie Tags zuvor, vernichtend, nur diesmal von noch stärkerer Gewalt als gestern, wirkte des Geistes erneuter Zaubermarsch. Und so, im feierlichsten Augenblick verschwand, ungesehen aus dem Saale,  der Bräutigam zum zweiten Male. Am Morgen dann, der zermarterte Bräutigam zum Vater sprach: „Ich möchte keinesfalls erneuter Weise, dies noch ein drittes Mal erleiden, diesem unsichtbaren Zauber nie mehr zum Spielball dienen. Ich glaube, Bedrulbur wird auch nicht recht vertrauen können, einem Manne, der unfreiwillig stets verschwindet. Darum bitte du den Sultan, Vater, dass er die Verlobung lösen möge.” Und so geschah es dann auch.Erst als ein Monat mehr noch verstrichen, und somit des Sultans Frist von dreien, sandte von neuem Aladin die Mutter fort zum Sultan, der sie gleich erkannte und sprach: “Gute Frau, ich gab mein Wort und werde es nicht brechen, aber um zu wissen, ob er wirklich zur Erringung der hohen Braut kein Opfer scheut, mach’ ich ihm eines zur Bedingung: Schicken soll er mir vierzig Becken von schwerstem Gold, die alle samt bis zum Rande gefüllt mit den herrlichsten Juwelen sind. Hertragen sollen vierzig schwarze Sklaven diese Fracht auf ihren Köpfen in reicher, erlesener Tracht, geführt von vierzig jungen weißen. Wird genau von ihm bestanden diese Probe, hiermit ich gelobe, wird meine Tochter seine Frau.”Die Mutter übertrug die Kunde ihrem Aladin, der sprang auf verzückt und rieb sogleich die Lampe. Das Wunderwerk war bald vollbracht und die Mutter schritt voraus dem wundersamen Zug der Sklaven. Ein Aufsehen gab das, kaum auszudenken! In Kürze jung und alt zu einer dichten Menschenschar versammelt, auf allen Straßen stand.  Nie Sklaven, edler von Gestalt, von Wuchs und Haltung angetroffen, so bunt geschmückt, so reichhaltig bekleidet mit den feinsten Stoffen. „Fürwahr“, rief der Sultan aus, „der Donner soll mich holen, wenn solch ein Geschenk jemals Sultanstöchtern ward geboten! Geh’,” sprach er drum, in mildem Tone zur Mutter, “meld’ ihm, dass mit warmen Gefühlen ich und offnen Armen Ihn grüßen will als meinen Schwiegersohn.”Dieser aber, wenn auch überschwänglich entzückt, ließ keine Zeit entgleiten, um das zu tun, was wesentlich ihm schien zur Krönung seines Werkes. Er hieß den Geist von neuem kommen und sprach: “Bereite mir sofort ein Bad und bring’, nachdem ich es genommen, mir ein Gewand, so reich und prachtvoll, wie sonst es nur Königen geziemt.” Auch an Ross und Hofstaat darf es nicht ermangeln. Der Geist entschwebte sausend erneut und sehr bald war alles im Nu erstellt. Beim Namen erkannte ihn niemand mehr, auch die noch vor kurzem ihn als Aladin getroffen hatten. Er, gerade noch dürftig, sah nun blendend wie der junge Frühling aus, denn zu der Lampe Wunderkräften gehörte die geheime Macht, dem Glückskind, das sie geschaffen, auch bemerkenswerten Adel noch anzustecken.  Im Palast wohl aufgenommen, ließ er zum Sultan bald verlauten: “Herr, du weißt, wie sehr ich nach dem Glück verlange, das die Prinzessin mir verspricht, jedoch damit ich ihr an unserm Hochzeitstag ein neues Heim  zu bieten vermag, lass noch für kurze Zeit mich Wichtiges bewirken. Ein Schloss, versehn mit jeder Zier, will ich errichten in nur einem Tage ihr.” Die Pförtner wunderten sich gar sehr, als ein paar Meter weiter, wo gestern noch die Stätte leer, ein Wunderbauwerk hoch und hell Sie ragen sahen in den Himmel.Die Nachricht schwirrte wie auf Flügeln eilig im Palast umher. Der Hofstaat machte höchst verblüffte Mienen, und der Großvezier lief zum Sultan hin und sprach entrüstet:“Wie kann es sein, dass mit einem Kunststück er sich brüstet, das jeglicher Erfahrung trotzt? Das kann nur bedeuten Zauberei!” Der Sultan gab zur Antwort: “Ei, man muss nicht gleich das Schlimmste vermuten. Was ist denn auch dabei? Bald darauf ward, in seinem eignen Schloss die Feier der Hochzeit glänzend aufgeführt und vom Sultan offenkundig erklärt, dass nun rechtens bestehe Prinzessin Bedrulburs Ehe. Oft war zu Besuch fortan der König beim Schwiegersohne. Auch ging er sehr oft in sein Lieblingswohngemach, wo freien Ausblick er genoss auf des Schwiegersohnes Schloss, und ward nicht müd’, sein Auge stundenlang daran zu laben..Wenn immer Aladin ausritt mit seinem Hofstaat, streuten sie Gold umher aus vollen Händen. An seines Schlosses Tor kam kein Bettelmann, der nicht gut beladen mit allerlei Gaben wieder weiter seines Weges zog. Ritt er aus, um sich der Jagd hinzugeben, ward jedes Dorf an seinen Wegen von einem Goldregen überrascht. So kam es, dass er bald gepriesen wurde im ganzen Lande.  Er schwebte leicht dahin auf der siebten Wolke der Berühmtheit und wurde doch nicht eitel darum, sondern  zeigte dem bedrohten Staat sich als echtem Helden in der Tat. Die Grenze des Reiches stand in einer lichterlohen Aufruhr, bis Aladin, dem Gebot der Stunde folgend, standhaft und mutig sich den Kampf auferlegte. Aber auch lustwandelnd ward er gesehen in der Stadt, ging zum Gebet in die Moscheen, war bei den hohen Edelleuten stets zu Besuch und tat so manchen Einkauf eigenhändig. In stetem Fluss allmählich reihte sich Stund’ and Stund’ und Jahr an Jahr, er ward es kaum gewahr, liebend und geliebt, hochgeachtet und doch von schlicht bescheidnem Sinn.Die Bosheit, die nicht anders kann aus Neid, als das Gute zu vernichten, sollt’ jedoch nach einer Gnadenfrist auch ihn in hartem Schlage treffen. Der Zauberer im fernen heißen Land, setzte sich an seinen Tisch, worauf mit Sand gefüllt ein Viereck sich befand und zog auf Zaubererweise Linien und Kreise nebst Buchstaben einer fremden Schrift. Berechnend, murmelnd nach Regel und Gebot geheimer Schwarzmagie, brachte er es schließlich an den Tag, dass Aladin nicht tot, sondern zu Glanz und Ruhm emporgestiegen und obendrein noch der Gemahl der Sultanstochter war.  Er warf somit am selben Tag aufs Pferd sich, ohne viel Gehabe und die ganze Nacht hindurch und auch alle folgenden Tage, dem Reich er sich entgegenpreschte, das fern im Osten lag.  Wo mochte wohl die Lampe stecken? Wenn ihren Aufbewahrungsplatz er könnte nur entdecken, dann könnt’ er diesen heiß ersehnten Schatz von ihm erlisten, und von der Anmaßung ihn zurück in den Dreck befristen.Sodann in kniffliger Berechnungsart ward bald unfehlbar ihm verraten: Die Lampe ward im Schloss verwahrt. Da schmiedete er einen gar teuflischen Plan. Mit einem Korb im Arme bewegte er sich in Richtung Schloss, langsam durch die Stadt und zwang das Volk, dem Ruf zu lauschen:“Hört, hört! Wer alte Lampen hat, kann hier sie gegen neue tauschen.”Die Leute schüttelten verdutzt die Köpfe, die Kinder hielten ihn zum Narren und liefen lachend hinter ihm her.Ihn aber konnt’ das nicht beirren, lustig ließ er alsbald die Lampen klirren und wiederholte stets aus Leibeskräften seinen Spruch, hinein bis in des Schlosses Hof. Als Bedrulburs Sklavin dies vernommen, sprach sie: “Herrin, lasst uns doch erproben, ob der Kerl tatsächlich für diese Lampe da, die schon gebrechlich, uns eine nagelneue gibt. Hier neben auf dem Spinde zufällig eine solche steht.“ Dem stimmte die Prinzessin bei. O Bedrulbur, klang dir im Innern keine Warnung? Ahntest du nicht des bösen Betrugs Tarnung? Die Wunderlampe war’s, die dort stand seit Aladin beim Jagen war.  Der Zauberer ergriff die alte Lampe und in unverhüllter Freude überließ den Korb der Sklavin zur Wahl der neuen Lampe, entkam dann flink dem Spott und Gelächter der Meute durch eine Seitengasse, ließ dort, den angefüllten Korb im Stich und lief davon.Was lag ihm noch an seinem Pferd? Was lag an andrem Geldeswert?Jetzt war nur eins für ihn entscheidend! Nachdem er eine halbe Meile vorm Stadttor endlich halt gemacht, erst als im Westen verkroch die Abendröte, zog er die Lampe sacht hervor und rieb sie.   “Was ist dein Begehr?”, so rief im nächsten Augenblicke der Geist, der an Länge und  Breite 4 mal so massig war wie ein Bär: “Die Lampe macht es mir zur Pflicht, Dich zu bedienen.” Der Zauberer sprach sogleich erpicht: “Bring das Schloss, das jener Wicht von dir sich hat erbauen lassen, mit allen seinen Insassen an den Punkt in Afrika, wo mein zuhause ist.” Gehorsam vollzog der Geist noch in der Nacht, mit Hilfe seiner Nebengeister, den Befehl des Meisters. Zeitig aufgewacht wie immer, begab der Sultan sich zum Fenster, um in froher Schau zu genießen den erhabenen Bau.  Und sein Staunen war nicht schlecht, als er den leeren Platz erblickte, wo gerade noch das Schloss gestanden war.Er rieb die Augen sich und kniff sich in den Arm, denn dies konnte ein Traum nur sein! Aber nein, das war es nicht. Real war, was er erblickte vor seinem Gesicht. Das Schloss war verschwunden, er sah es glasklar,  dies war fauler Zauber - unerklärbar.  „Wo ist der Schurk’, der das gewagt?“, rief der Sultan aus. “Der Henker sei ihm die Belohnung, mit der man Hochverrat vergilt. Schicket ihm dreißig Reiter nach! Die sollen ihn greifen, verhaften und schmachvoll gefesselt vor mein Antlitz schleifen!” Der Liebling aller war in Not! Man wusste nicht, aus welchem Grunde, sah nur ihn von Gefahr bedroht und wollte drum, zu raschem Bunde vereinigt, ihm Freiheit schaffen.Ein Teil ergriff metallene Waffen, andere griffen zu Steinen und Stangen. Den Reitern den Durchgang sperrend, konnten sie ihrem Häftling kaum  bis in den Palast schleppen. Der Sultan mit dem Henker schon stand bereit, ihn zu empfangen, da  wirbelt und braust es vom Volke her. Tausende in wilder Aufruhr haben den Palast umstellt.“O Herr, bedenk’!” so wendet zitternd zum Sultan sich der Großvezier, “Schau hin, wie die Massen, gleich einem Ungetier, sich gegen deine Mauern fallen lassen! Wenn du diesen Spruch vollstreckst, dann wird es den Palast erstürmen.”Der Sultan fuhr erschreckt zusammen. Er merkte wohl, dass durch den Tod des Prinzen das Reich in Flammen untergehen würde. Und so gebot er dem Henker Erbarmen. Aladin, als befreit aus den Stricken, hob zum Sultan die Hände: “Herr,” bat er, ” sage mir, durch welch Verbrechen verdien’ ich dies Gericht?” Komm’,” rief der Sultan: „Dein Schloss, wo ist es hingekommen? Zeig’ mir’s! Nicht finden kann ich’s mehr.” Der Ärmste glaubte zu ersticken, als er die leere Stelle sah, benommen. “Herr, eine Frist von vierzig Tagen gewähre mir!” bat Aladin. “Ich werde, sollt’ es mir misslingen, mein Schloss wiederzuerringen, mich deiner Strafe nicht entziehen.” Der Sultan sagte: “Wohl, so sei’s denn, ich will dir diese Frist vergönnen. Dem Rächerurteil wirst du nicht entrinnen.“ Nachdem er einige Zeit mit müdem Blicke herumgeschlendert in der Stadt, rief er aus:„Wo find’ ich die Geliebte wieder? Weit besser wird es sein, wenn der Tod mir nun die Augen schließt!” Da näherte er sich einem Fluss und wie um seine Qual zu kürzen, stürzt er sich kopfüber in die Fluten.  An einem Felsstück blieb er dann hängen und jener Ring, den er unbeachtet immer noch am Finger trug,  rieb sich daran ganz von selbst. Das war sein Glück, denn plötzlich, wie aus heiterem Himmel stand mächtig vor ihm derselbe Geist, der einst ihm in der Gruft erschienen, und rief: “Ich bin des Ringes Knecht. Mir zu gebieten ist dein gutes Recht. Sag’ schon, womit kann ich dir dienen?” 

“O Geist, rette mich ein zweites mal und bring’ auch gleich, bevor der Morgen graut, mein Schloss zurück zur alten Stätte!” rief er aus und der Geist versetzte: “Dies Gebot verträgt sich nicht mit meinem Schaffen. Du musst Dich an den Geist der Lampe machen.” “Nun denn,  wenn dir aber bewusst, wo sich zurzeit mein Schloss befindet,” so sprach Aladin, “befehl’ ich dir Kraft dieses Ringes, befördere mich schnurstracks von hier an diesen, seinen neuen Platz!”Kaum ausgesprochen, da trug beflügelt ihn der Riese zu jenem Ort,wo nun sein Schloss sich befand, und setzte ihn dort ab auf brennend heißer Erde.Wer vermag zu bebildern der Prinzessin Wonne, als vor dem Fenster sie vorfand wohlauf ihren Gemahl! Sofort wechselten sie Kusshände und Flüsterworte, dann schlich er verstohlen sich hintenrum in ihr Gemach. Nach Momenten ewiger Treueschwüre, schien es der Prinzessin dringlich an der Zeit, ihrem Gemahl die fürchterliche Absicht mitzuteilen, die von des Zauberers Hand ihr drohte, denn dieser wollte sie freien. Oh nein und wie abscheulich, so empfanden dies die beiden.   

Es war einmal… in einem orientalischen Lande… da lebte eines Schneiders Witwe und ihr Sohn, der Aladin, in kriesenhafter Armut. Man munkelt, der Schneider sei gestorben vor lauter Gram über seinen Sohn, einen Tu-nicht-gut, der seine Tage nur in Müßiggang verbrachte und die Früchte des Wohlstands ignorant missachtete.
Seit dem Todestage waren schon Monate vergangen, da kam ein sonderbarer Fremder des Weges und wähnte sich des Schneiders Bruder zu sein. Er beschenkte Aladin und seine Mutter reich, so dass schon bald kein Zweifel mehr sich regte in den beiden bezüglich des Mannes Herkunft.
Eines schönen Tages führte dieser den Aladin an eine Höhle, etwas entfernt der Stadt, deren Eingang zu eng für den Bruder seines Vaters war, und bat ihn drum, für ihn einen Gegenstand dort aus den Tiefen der Kammern herausholen. Er gab ihm für dieses Unterfangen einen Ring mit magischen Kräften, den er drehen sollte, damit der Felsen, der den Eingang versperrte, sich hinfort bewegte.
Aladin tat, wie ihm geheißen und betrat die Grotte. Er ging durch lange Korridore und erreichte Kammern schließlich, voll von glänzendem Metall, wie er es noch nie gesehen und buntem Glas, von einem Glanze, dass bisher sein Auge noch erblicket. Er nahm sich davon mit zum Spielen, soviel, wie Platz fand in seinen Taschen. Nachdem er aufgespürt den Ring und die alte Lampe, wie ihm aufgetragen, trat er schleunigst den Rückweg an und fand seinen Schwager ungeduldig schon vor dem Eingang spähend und vernahm: „Gib mir die alte Lampe!“ Aladin wunderte sich und sprach: “Helft mir doch zuerst heraus!” Und wieder kreischte es entzürnt: “Gib mir zuerst die Lampe!” Aladin gab aber nicht nach, erkannte er seinen Gefährten doch nicht wieder und ahnte schon wie die Stunde ihm hatte geschlagen. Mittlerweile war draußen vor der Höhle, der Zauberer rasend schon vor Wut und schob den schweren Stein zurück, schloss den Höhleneingang, so dass der Aladin gefangen nun im Dunklen saß.
Seiner Lage sich langsam gewahr, begann Aladin zu schreien aus Leibeskräften. Doch es half ihm nichts. Der Zauberer war längst von dannen, lief dahin, von wo er hergekommen, von weit, weit her, man nennt es Afrika. Im Dunkeln allein und erschöpft Aladin nun zur Besinnung kam, nahm die Lampe und rieb sie zwischen seinen kalten Händen. Doch siehe da, nicht Licht brachte sie, sondern Strahlen, heller als die Sonne selbst, aus denen stieg sodann empor ein Geist. “Was befiehlst Du mir, ich erfülle Euch und dem, der die Lampe besitzt, jeden Wunsch!” sagte der. Aladin rief: “Gut, dann möchte ich nach Haus zu meiner Mutter. Hungrig bin ich auch!” Und schon im nächsten Augenblick findet er sich zu Hause wieder, bei der Mutter und vor ihm stand ein großer Tisch gedeckt mit allerfeinsten Speisen. Der Jahre 4 zogen ins Land und aus dem Aladin wurde ein schmucker junger Mann und niemand sah mehr den Bengel in ihm, der einst in Müßiggang die Zeit vertan. Sein Blick war nicht mehr getrübt von Trägheit, seine Geisteskraft durch ernsten Umgang eingeübt in verschiedensten Salons. Der Menschen Treiben insgesamt, Ihr Wirken, Hoffen, Staunen in jedem Handwerk, jedem Amt, lag wie ein offenes Buch vor ihm. Er hatte viel Verkehr gepflegt in Kaufmanns- und Kremersläden und sich in seinem Wirken und Walten ein vornehm’ Wesen zugelegt. Dass Missgunst hinter dem Glücke häufig schleicht und man sich hüten muss vor Neidern, wussten Sohn und Mutter und vermieden trotz gutem Essen, jeden Prunk in ihrem Haus und in ihren Kleidern und hielten dadurch geheim den goldenen Geist-Brunnen, der ihnen unversiegbar floss. Eines Tages geschah es nun, dass Aladin die Tochter des Sultans zu Gesicht bekam und sich sogar erdreiste sie unbetucht zu blicken, indem er zu ihrem Badesee schlich, der geheim gehalten ward bislang. Er hatte noch nicht viele Frauen gesehen, doch diese schien die Allerschönste ihm und es wallte auf ein ungestümes Verlangen, wie er es noch nie hatte empfangen.
Zuhause dann erzählt er der Mutter, wen er gesehen und wie es ward um ihn geschehen beim Anblick der Holdesten aller Holden. Die Mutter wurde kreidebleich vor Schrecken, mit des Sultans Tochter lässt sich nicht gut necken. Der Prinzessin sei bestimmt ein Mann von edler Herkunft und hoher Geburt. Aladin, dem Sohn des Schneiders, gebühre es nicht, diese kühnen Gedanken auch nur zu denken. Aladin aber ließ sich nicht ermahnen, ja immer stärker brannte seine Glut und in feurigen Gebärden legte er der Mutter dar, wir gewillt und entschlossen er trotz aller Widrigkeiten war, um des Sultans Tochter Hand zu bitten, um diese oder keine nimmer mehr. Die arme Mutter wusste nicht, sich zu erwehren und als sie hörte von des Sohnes Plan, sie selbst zum Sultan auszuschicken, da wurde noch viel tiefer ihr ins Herz gegriffen.
Mit den vielen bunten Glasteilchen, die er einst in des Zauberers Grotte fand, schickte er die Mutter daraufhin zum Sultan. Mittlerweile hatte er zu schätzen gelernt die vermeintlichen Glasteilchen, im Kontakt mit feiner Gesellschaft und so wusste er, dass es vielmehr edle Juwelen waren. Es dauert 7 Tage, bis die Mutter fand Gehör bei dem edlen Herrn und jeden Tag lief sie wieder zum Palaste, wartete geduldig bis andere Bürger der Stadt ihre Bitten hatten vorgetragen oder Preisungen vollzogen.
Der Herrscher vernahm ihr demütigst vorgetragenes Ersuch und traute seinen Augen kaum, beim Anblick all der Edelsteine, so groß und prächtig, wie noch keine er Zeit seines Lebens er geschaut. Freudetrunken rief er aus: Wie vollendet, wie volltrefflich! Und auf weisen Rat des Großveziers sprach er zur Mutter freundlich: “Geh’ nach Hause zu deinem Sohn und meld’ ihm dies: Drei Monat sind vonnöten eh’ zum Gatten ich jemandem gebe mein Kind. Nach Ablauf dieser Zeit komm wieder.”
Freudig empfing Aladin der Mutter Worte und ein Freudentanz von ihm Besitz ergriff auf das die Dielen sich bogen. Nach zwei Monaten aber dann vernahm man festliche Stimmung in der Stadt, jedermann war am putzen, schmücken und dabei die prächtigste Beleuchtung zu installieren. Was war das? Aladin fragte einen Bauern. Was, das weißt du nicht? Ei, er erzählt sich doch die ganze Stadt erfreut - dem Sohn des Großveziers vermählt sich Prinzessin Bedrulbur heut.” Ach da fielen dem Aladin die Sterne vom Himmel und ein Blitz fuhr in seine Brust. Niedergeschmettert saß er da und überlegte angestrengt, wie das Rezept sei gegen solchen Schmerz. Da fiel ihm des falschen Freunds Vermächtnis wieder ein. Zur Mutter sprach er darauf entschieden: “Die Hochzeit soll einen Abbruch erfahren! Lass schauen, wer heute bekommt den Segen, dieser Bräutigam oder ich.” Er rieb die Lampe und sprach: „Begib dich dahin, wo Hochzeit wird gehalten, ergreif’ den Bräutigam, entführ’ ihn in ein Versteck und sperr’ ihn fest und lass verborgen ihn schmachten bis zum nächsten Morgen.” Der Geist versetzte fügsam: “Herr, wie du befiehlst,” und war verschwunden. Der Geist erfüllte mit erprobter Vollendung seine Pflicht. Im Palast man kurz vor der Trauung stand, die Prinzessin schritt würdevoll ihrem Verlobten entgegen, da plötzlich, man sah sich an und gleichfalls um, die Augen verwirrt, die Mienen stumm. Was war geschehen? Der Bräutigam stand nicht mehr dort, wo er gestanden gerade eben noch, sondern war verschwunden, wie fortgetragen von eines Windes Hauch. Man forschte, lugte in alle Ecken, doch vergebens.Am nächsten Morgen aber kam der Großvezier in eiligem Schritte zum Sultan, der ungeduldig und mürrisch ihm entgegensah, und rief: “Mein Sohn ist wieder da! Er weiß, o glaubt es mir, noch nicht einmal, was mit ihm geschah. Gebiete drum, dass man die Feier heute rüsten soll zum zweiten Male. Und so war’s beschlossen, doch alsbald, wie Tags zuvor, vernichtend, nur diesmal von noch stärkerer Gewalt als gestern, wirkte des Geistes erneuter Zaubermarsch. Und so, im feierlichsten Augenblick verschwand, ungesehen aus dem Saale,  der Bräutigam zum zweiten Male.  Am Morgen dann, der zermarterte Bräutigam zum Vater sprach: „Ich möchte keinesfalls erneuter Weise, dies noch ein drittes Mal erleiden, diesem unsichtbaren Zauber nie mehr zum Spielball dienen. Ich glaube, Bedrulbur wird auch nicht recht vertrauen können, einem Manne, der unfreiwillig stets verschwindet. Darum bitte du den Sultan, Vater, dass er die Verlobung lösen möge.” Und so geschah es dann auch.Erst als ein Monat mehr noch verstrichen, und somit des Sultans Frist von dreien, sandte von neuem Aladin die Mutter fort zum Sultan, der sie gleich erkannte und sprach: “Gute Frau, ich gab mein Wort und werde es nicht brechen, aber um zu wissen, ob er wirklich zur Erringung der hohen Braut kein Opfer scheut, mach’ ich ihm eines zur Bedingung: Schicken soll er mir vierzig Becken von schwerstem Gold, die alle samt bis zum Rande gefüllt mit den herrlichsten Juwelen sind. Hertragen sollen vierzig schwarze Sklaven diese Fracht auf ihren Köpfen in reicher, erlesener Tracht, geführt von vierzig jungen weißen. Wird genau von ihm bestanden diese Probe, hiermit ich gelobe, wird meine Tochter seine Frau.”Die Mutter übertrug die Kunde ihrem Aladin, der sprang auf verzückt und rieb sogleich die Lampe. Das Wunderwerk war bald vollbracht und die Mutter schritt voraus dem wundersamen Zug der Sklaven. Ein Aufsehen gab das, kaum auszudenken! In Kürze jung und alt zu einer dichten Menschenschar versammelt, auf allen Straßen stand.  Nie Sklaven, edler von Gestalt, von Wuchs und Haltung angetroffen, so bunt geschmückt, so reichhaltig bekleidet mit den feinsten Stoffen. „Fürwahr“, rief der Sultan aus, „der Donner soll mich holen, wenn solch ein Geschenk jemals Sultanstöchtern ward geboten! Geh’,” sprach er drum, in mildem Tone zur Mutter, “meld’ ihm, dass mit warmen Gefühlen ich und offnen Armen Ihn grüßen will als meinen Schwiegersohn.”Dieser aber, wenn auch überschwänglich entzückt, ließ keine Zeit entgleiten, um das zu tun, was wesentlich ihm schien zur Krönung seines Werkes. Er hieß den Geist von neuem kommen und sprach: “Bereite mir sofort ein Bad und bring’, nachdem ich es genommen, mir ein Gewand, so reich und prachtvoll, wie sonst es nur Königen geziemt.” Auch an Ross und Hofstaat darf es nicht ermangeln. Der Geist entschwebte sausend erneut und sehr bald war alles im Nu erstellt. Beim Namen erkannte ihn niemand mehr, auch die noch vor kurzem ihn als Aladin getroffen hatten. Er, gerade noch dürftig, sah nun blendend wie der junge Frühling aus, denn zu der Lampe Wunderkräften gehörte die geheime Macht, dem Glückskind, das sie geschaffen, auch bemerkenswerten Adel noch anzustecken.  Im Palast wohl aufgenommen, ließ er zum Sultan bald verlauten: “Herr, du weißt, wie sehr ich nach dem Glück verlange, das die Prinzessin mir verspricht, jedoch damit ich ihr an unserm Hochzeitstag ein neues Heim  zu bieten vermag, lass noch für kurze Zeit mich Wichtiges bewirken. Ein Schloss, versehn mit jeder Zier, will ich errichten in nur einem Tage ihr.” Die Pförtner wunderten sich gar sehr, als ein paar Meter weiter, wo gestern noch die Stätte leer, ein Wunderbauwerk hoch und hell Sie ragen sahen in den Himmel.Die Nachricht schwirrte wie auf Flügeln eilig im Palast umher. Der Hofstaat machte höchst verblüffte Mienen, und der Großvezier lief zum Sultan hin und sprach entrüstet:“Wie kann es sein, dass mit einem Kunststück er sich brüstet, das jeglicher Erfahrung trotzt? Das kann nur bedeuten Zauberei!” Der Sultan gab zur Antwort: “Ei, man muss nicht gleich das Schlimmste vermuten. Was ist denn auch dabei?  Bald darauf ward, in seinem eignen Schloss die Feier der Hochzeit glänzend aufgeführt und vom Sultan offenkundig erklärt, dass nun rechtens bestehe Prinzessin Bedrulburs Ehe.  Oft war zu Besuch fortan der König beim Schwiegersohne. Auch ging er sehr oft in sein Lieblingswohngemach, wo freien Ausblick er genoss auf des Schwiegersohnes Schloss, und ward nicht müd’, sein Auge stundenlang daran zu laben..Wenn immer Aladin ausritt mit seinem Hofstaat, streuten sie Gold umher aus vollen Händen. An seines Schlosses Tor kam kein Bettelmann, der nicht gut beladen mit allerlei Gaben wieder weiter seines Weges zog. Ritt er aus, um sich der Jagd hinzugeben, ward jedes Dorf an seinen Wegen von einem Goldregen überrascht. So kam es, dass er bald gepriesen wurde im ganzen Lande.  Er schwebte leicht dahin auf der siebten Wolke der Berühmtheit und wurde doch nicht eitel darum, sondern  zeigte dem bedrohten Staat sich als echtem Helden in der Tat. Die Grenze des Reiches stand in einer lichterlohen Aufruhr, bis Aladin, dem Gebot der Stunde folgend, standhaft und mutig sich den Kampf auferlegte.  Aber auch lustwandelnd ward er gesehen in der Stadt, ging zum Gebet in die Moscheen, war bei den hohen Edelleuten stets zu Besuch und tat so manchen Einkauf eigenhändig.  In stetem Fluss allmählich reihte sich Stund’ and Stund’ und Jahr an Jahr, er ward es kaum gewahr, liebend und geliebt, hochgeachtet und doch von schlicht bescheidnem Sinn.Die Bosheit, die nicht anders kann aus Neid, als das Gute zu vernichten, sollt’ jedoch nach einer Gnadenfrist auch ihn in hartem Schlage treffen. Der Zauberer im fernen heißen Land, setzte sich an seinen Tisch, worauf mit Sand gefüllt ein Viereck sich befand und zog auf Zaubererweise Linien und Kreise nebst Buchstaben einer fremden Schrift. Berechnend, murmelnd nach Regel und Gebot geheimer Schwarzmagie, brachte er es schließlich an den Tag, dass Aladin nicht tot, sondern zu Glanz und Ruhm emporgestiegen und obendrein noch der Gemahl der Sultanstochter war.  Er warf somit am selben Tag aufs Pferd sich, ohne viel Gehabe und die ganze Nacht hindurch und auch alle folgenden Tage, dem Reich er sich entgegenpreschte, das fern im Osten lag.  Wo mochte wohl die Lampe stecken? Wenn ihren Aufbewahrungsplatz er könnte nur entdecken, dann könnt’ er diesen heiß ersehnten Schatz von ihm erlisten, und von der Anmaßung ihn zurück in den Dreck befristen.Sodann in kniffliger Berechnungsart ward bald unfehlbar ihm verraten: Die Lampe ward im Schloss verwahrt.  Da schmiedete er einen gar teuflischen Plan. Mit einem Korb im Arme bewegte er sich in Richtung Schloss, langsam durch die Stadt und zwang das Volk, dem Ruf zu lauschen:“Hört, hört! Wer alte Lampen hat, kann hier sie gegen neue tauschen.”Die Leute schüttelten verdutzt die Köpfe, die Kinder hielten ihn zum Narren und liefen lachend hinter ihm her.Ihn aber konnt’ das nicht beirren, lustig ließ er alsbald die Lampen klirren und wiederholte stets aus Leibeskräften seinen Spruch, hinein bis in des Schlosses Hof.  Als Bedrulburs Sklavin dies vernommen, sprach sie: “Herrin, lasst uns doch erproben, ob der Kerl tatsächlich für diese Lampe da, die schon gebrechlich, uns eine nagelneue gibt. Hier neben auf dem Spinde zufällig eine solche steht.“ Dem stimmte die Prinzessin bei. O Bedrulbur, klang dir im Innern keine Warnung? Ahntest du nicht des bösen Betrugs Tarnung? Die Wunderlampe war’s, die dort stand seit Aladin beim Jagen war.   Der Zauberer ergriff die alte Lampe und in unverhüllter Freude überließ den Korb der Sklavin zur Wahl der neuen Lampe, entkam dann flink dem Spott und Gelächter der Meute durch eine Seitengasse, ließ dort, den angefüllten Korb im Stich und lief davon.Was lag ihm noch an seinem Pferd? Was lag an andrem Geldeswert?Jetzt war nur eins für ihn entscheidend! Nachdem er eine halbe Meile vorm Stadttor endlich halt gemacht, erst als im Westen verkroch die Abendröte, zog er die Lampe sacht hervor und rieb sie.   “Was ist dein Begehr?”, so rief im nächsten Augenblicke der Geist, der an Länge und  Breite 4 mal so massig war wie ein Bär: “Die Lampe macht es mir zur Pflicht, Dich zu bedienen.” Der Zauberer sprach sogleich erpicht: “Bring das Schloss, das jener Wicht von dir sich hat erbauen lassen, mit allen seinen Insassen an den Punkt in Afrika, wo mein zuhause ist.” Gehorsam vollzog der Geist noch in der Nacht, mit Hilfe seiner Nebengeister, den Befehl des Meisters.Zeitig aufgewacht wie immer, begab der Sultan sich zum Fenster, um in froher Schau zu genießen den erhabenen Bau.  Und sein Staunen war nicht schlecht, als er den leeren Platz erblickte, wo gerade noch das Schloss gestanden war.Er rieb die Augen sich und kniff sich in den Arm, denn dies konnte ein Traum nur sein! Aber nein, das war es nicht. Real war, was er erblickte vor seinem Gesicht. Das Schloss war verschwunden, er sah es glasklar,  dies war fauler Zauber - unerklärbar.   „Wo ist der Schurk’, der das gewagt?“, rief der Sultan aus. “Der Henker sei ihm die Belohnung, mit der man Hochverrat vergilt. Schicket ihm dreißig Reiter nach! Die sollen ihn greifen, verhaften und schmachvoll gefesselt vor mein Antlitz schleifen!” Der Liebling aller war in Not! Man wusste nicht, aus welchem Grunde, sah nur ihn von Gefahr bedroht und wollte drum, zu raschem Bunde vereinigt, ihm Freiheit schaffen.Ein Teil ergriff metallene Waffen, andere griffen zu Steinen und Stangen. Den Reitern den Durchgang sperrend, konnten sie ihrem Häftling kaum  bis in den Palast schleppen. Der Sultan mit dem Henker schon stand bereit, ihn zu empfangen, da  wirbelt und braust es vom Volke her. Tausende in wilder Aufruhr haben den Palast umstellt.“O Herr, bedenk’!” so wendet zitternd zum Sultan sich der Großvezier, “Schau hin, wie die Massen, gleich einem Ungetier, sich gegen deine Mauern fallen lassen! Wenn du diesen Spruch vollstreckst, dann wird es den Palast erstürmen.”Der Sultan fuhr erschreckt zusammen. Er merkte wohl, dass durch den Tod des Prinzen das Reich in Flammen untergehen würde. Und so gebot er dem Henker Erbarmen. Aladin, als befreit aus den Stricken, hob zum Sultan die Hände: “Herr,” bat er, ” sage mir, durch welch Verbrechen verdien’ ich dies Gericht?” Komm’,” rief der Sultan: „Dein Schloss, wo ist es hingekommen? Zeig’ mir’s! Nicht finden kann ich’s mehr.” Der Ärmste glaubte zu ersticken, als er die leere Stelle sah, benommen. “Herr, eine Frist von vierzig Tagen gewähre mir!” bat Aladin. “Ich werde, sollt’ es mir misslingen, mein Schloss wiederzuerringen, mich deiner Strafe nicht entziehen.” Der Sultan sagte: “Wohl, so sei’s denn, ich will dir diese Frist vergönnen. Dem Rächerurteil wirst du nicht entrinnen.“ 

Nachdem er einige Zeit mit müdem Blicke herumgeschlendert in der Stadt, rief er aus:„Wo find’ ich die Geliebte wieder? Weit besser wird es sein, wenn der Tod mir nun die Augen schließt!” Da näherte er sich einem Fluss und wie um seine Qual zu kürzen, stürzt er sich kopfüber in die Fluten.  An einem Felsstück blieb er dann hängen und jener Ring, den er unbeachtet immer noch am Finger trug,  rieb sich daran ganz von selbst. Das war sein Glück, denn plötzlich, wie aus heiterem Himmel stand mächtig vor ihm derselbe Geist, der einst ihm in der Gruft erschienen, und rief: “Ich bin des Ringes Knecht. Mir zu gebieten ist dein gutes Recht. Sag’ schon, womit kann ich dir dienen?” 

“O Geist, rette mich ein zweites mal und bring’ auch gleich, bevor der Morgen graut, mein Schloss zurück zur alten Stätte!” rief er aus und der Geist versetzte: “Dies Gebot verträgt sich nicht mit meinem Schaffen. Du musst Dich an den Geist der Lampe machen.” “Nun denn,  wenn dir aber bewusst, wo sich zurzeit mein Schloss befindet,” so sprach Aladin, “befehl’ ich dir Kraft dieses Ringes, befördere mich schnurstracks von hier an diesen, seinen neuen Platz!”Kaum ausgesprochen, da trug beflügelt ihn der Riese zu jenem Ort,wo nun sein Schloss sich befand, und setzte ihn dort ab auf brennend heißer Erde.Wer vermag zu bebildern der Prinzessin Wonne, als vor dem Fenster sie vorfand wohlauf ihren Gemahl! Sofort wechselten sie Kusshände und Flüsterworte, dann schlich er verstohlen sich hintenrum in ihr Gemach. Nach Momenten ewiger Treueschwüre, schien es der Prinzessin dringlich an der Zeit, ihrem Gemahl die fürchterliche Absicht mitzuteilen, die von des Zauberers Hand ihr drohte, denn dieser wollte sie freien. Oh nein und wie abscheulich, so empfanden dies die beiden.  

Und so sprach Aladin zu seiner Gattin: “Höre! Notwendig für meinen gewagten Plan ist deine Komplizenschaft mit mir. Drum, befolge bitte diesen Rat!  Wirf dich in deine schönsten Kleider, schmück’ mit Geschmeide dich und Blumen, um den Schuft und Entführer, mit wärmstem Armen zu empfangen. Kein Argwohn soll ihn beirren. Stell’ dich drum, als ob du mich vergessen und lad’ ihn ein zum Abendessen. Sobald er dann bei Tische sitzt mit dir, reiche ihm den roten Becher, gefüllt mit Wein, unter den vorher du das Pulver hast gemischt, und bitt’ ihn, auf Euch ihn zu leeren. Mit dieser Bitte im Gefallen, wird er den Wein hinunter schütten und leblos auf den Boden sinken, bevor noch bereut dieser Augenblick der Lüge”.Mit Diamanten schließlich dicht besetzt und um den Hals die Perlenkette gebunden, dachte sie sich: “Wo lebt ein Mann, der nicht vor so viel Reiz geblendet die Waffen strecken sollte?” Sie stieg hierauf zum Kuppelsaal, worin schon für das Mahl ein Tischlein stand mit zwei Gedecken und führte aus den Plan, indem sie das Pulver nahm und es goss in seinen Becher.Zögernd nahm er Platz, als er sie, wie einen Engel so süß, vor sich erblickte.„Mein Gatte hat seinen Tod gefunden“, sprach sie: „davon hast du mich überzeugt. Ich gönn’ ihm seine Grabesrast, und weil meine Lebenslust noch nicht gestorben ist, bin ich entschlossen, mich zu trösten, und lade zu Gaste heut.““Ja, du Geliebte, du Verehrte, dies auf dein Wohl und unsern Bund!” So rief er beglückt und leerte den Becher in einem Zuge. Nach einem letzten, schwachen Seufzer, fiel er direkt nieder und lag auf seinem Rücken.  Aladin stürzt hervor aus seinem Verstecke dann und suchte seine Lampe des Glücks. Als er gefunden sie im Zauberer Gewande, rief in altgewohnter Weise den Geist er an und sagte: “Bring’ sofort mein Schloss an seine alte Stelle!” Noch nicht vollendet war das Wort,als schon mit fast unmerklichem Vollzug das Bauwerk durch die Lüfte flog. Zurückgekehrt zum alten Platz, das Schloss dem Sultan seinen Anblick bot und reichlich Ersatz für erlittene Trauer. Er ließ ein Pferd sich satteln geschwind und ritt zu seinem so lang entbehrten Kind und ihre Heiterkeit ließ höher schlagen sein altes Vaterherz.„Mein Sohn, du brachtest meinem Herzen Heilung, indem du mir mein Kind befreit, dies dank’ ich dir auf alle Tage. Und gefeiert ward im ganzen Lande die Wiederkehr des jungen Paars. Auf dass kein Schatten mehr Ihr Glück verdüstert. Doch es sollte nicht gewesen sein die letzte Prüfung für die beiden. Der Zauberer nämlich, er war nicht tot, sondern betäubt nur von dem seltsamen Weine und nach einem Jahr sauerer Not entschloss er sich, zur Rache. Los zog er aus seinem heißen Lande und … 

Er schwor, von schwelender Rache entfacht und zum überlaufen gefüllt mit Gift und Geifer, auf Vergeltung. Nicht rasten und nicht rosten wollte er und drum begab zum dritten Mal er sich über Berg und Tal auf die Reise in den fernen Osten.Nach einem ganzen Wanderjahr voller Mühe und Gefahr, war er endlich in der Hauptstadt angekommen. Einen neuen Kniff ersonnen hatte er sofort und hörte von einer frommen, greisen Wundertäterin, die Fatima hieß, und sich in erhabenem Sinn der stillen Andacht überließ, fern ab in einer Höhle. Durch Gassen, schlich er sich zu ihrer Höhle bei dunkler Nacht, wie ein Dieb, drang in ihr Zuhause ein und weckte mit rohem Griffen die Erschreckte, hielt seinen Dolch ihr vor und sprach: “Du sollst entseelt sogleich erblassen, kommst du nicht meinem Befehl jetzt nach!” Sie musst’ ihm ihre Kleider lassen und auch den geweihten Rosenkranz.Obwohl dem Räuber sie sich ganz willfährig zeigte, stach er sie trotzdem  vorsichtshalber tot.Dann schor er vor einem Spiegel sich den Bart hinweg, warf sich in Fatimas Kleider, und mit der Sonne trat verschleiert er auf die Gasse. Dort tuschelte man: “Schau, einher geht die fromme Frau,” und eine große Menschenmasse umgab ihn voller Dankgefühl und folgte ihm nach bis in des Schlosses Gegend.Als die Prinzessin das Gewühl, vom Kuppelsaal herunterspähend wahrnahm und erfuhr, dass all dies bunte Volk der Spur Fatimas folge, deren Tugend ihr längst bekannt war, da dachte sie, dass es ihr gezieme, die Frau zu sich heraufzubitten.Zu der vermeintlichen Fatima wurde geschickt eine Botin, sie zu holen.Der Zauberer, nicht an seinem Sieg mehr zweifelnd, schmunzelte heimlich, als er mit ihr den Saal hinauflief. Er fing mit voller Hingabe an zu beten, dass die Prinzessin sich verneigen musste vor lauter Ehrerbietung. Bedrulbur erkannte ihn hinter dem Schleier nicht und sprach: “Oh schenke mir die Gunst weise Fatima, die Du gute Lehren zu frommem Wandel mir erteilst.” “Ein stilles Zimmer gibt es im Schloss,” fuhr die Prinzessin fort in ihrer gläubigen Betonung,“Und deiner Andacht gemäß, wirst du dort wandeln können ohne Störung.Der Zauberer gab zur Antwort. “Schwerlich ist seinesgleichen auf der Welt je wieder zu entdecken und doch bedrückt mich, dass in diesem Saal noch etwas fehlt zur Vollendung.”“Was ist es?” Da erwiderte der Schuft: “Verzeihe, von der Kuppel müsste ein Eides Vogels Roch herunterhängen. Gewaltig groß ist dieser Roch und nistet bloß auf Spitzen von bergigen Bergeswänden.”Sie dankte für den Rat und führte die falsche Heilige, noch immer nichts ahnend, selber auf ihr Zimmer. 

Als Aladin von seinem Ritt heim kommt und ihr entgegen eilt, war sie so seltsam anders und schwermütig, dass er sie fragte nach dem Grund. Sie enthüllte ihm ihren Wunsch und er ging alsbald in sein Gemach und rieb sie Lampe. Nachdem der Geist hervor gekrochen, sprach er: “Ich befehle dir, zu finden uns für den Saal ein Ei des Vogels Roch. Bring es mir binnen von fünf Minuten!” Kaum war das Wort gesprochen, da fing der Geist schrecklich an zu dröhnen,wimmern und  stöhnen, dass ihm Hören und Sehen verging.

Zitternd sank der Geist zu Boden “Elender,” brüllte mit Gepolter der Riese, “spannst du mich zum Dank für meinen treuen Dienst auf die Folter und befiehlst, ich soll als Deckenschmuck für deinen Saal meinen eignen Vater dir opfern?

ENDE - offen -…wie ist Dein Vorschlag?

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