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Wind
Dieser Eintrag stammt von admin Am 11.5.2009 @ 18:02 In Lyrik, Liebe | Keine Kommentare
Wie aus dem Ei gepellt, dieser Morgen. Der Windgott fegt durch die Gemächer aller ihm lauschenden Sprößlinge von Mutter Erde. Ein den Weiten der Lüfte entspringender, durchsichtiger Klang aus Klarheit und Licht ist seine Melodie. Sein Hauch ist erquickliche Kraft, liebkosend. Er macht sie säuseln voller Anmut und rasseln zu Ehren ihres Klangfreundes, dem Ozean. Heute ist Gevatter Wind gar selbstlos eins mit seinen Brüdern, nimmt sie mit auf seine Reise, erfreut alle fühlenden Wesen in seiner dreifachen Gestalt. Der Sonnenbruder zaubert das Leuchten in die Gesichter der Blätter, öffnet die weißen und pinkfarbenen Blüten wärmenden Herzens.
Und die Wasser des Himmels, der blaue Bruder, spülen hinweg den Staub der hochschwangeren Erde. Sie können nun tanzen, die vielen Kinder, sich sättigen am harmonischen Spiel der Weltmächte. Manchmal erfinden sie eine göttliche Form für ihren Geliebten und offenbaren sie irgendwo im Geäst oder im Gestein zum ehrfürchtigen Erstaunen aller geöffneten Augen. Was für ein Lehrmeister ist der Wind! Nie lässt er sich festhalten, nie bleibt er stecken, keine Schwere, federleicht fliegt er über die zahlreichen Phänomene und durch sie hindurch, macht sich in ihrer Wesensart hörbar. Da ist Heulen zu vernehmen, hier Quieken, da Knurren oder Drohen, auch auffordernde und verhallende Laute. Klatschen und Lachen, Posaunen, Zirpen und Geschnatter - manchmal erzählt er auch vom endlosen Meer mit seinen Düften aus Seealgen und Salz, silbrig und glitschig…
Manchmal reißt er alles mit sich hinweg, zerstört ohne Erbarmen, lässt nichts mehr übrig vom …immer wieder Haltlosen. (Liv A. Koll)
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